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Schritt für Schritt
Antenne:
Damit geht’s los, Leute! Versucht einfach, Eure Antenne so hoch und so lang wie möglich
zu machen. Der Draht sollte dick genug sein, um den bei Euch üblichen Wetterbedingung
standzuhalten. Verwendet Isolatoren, wo der Draht mit anderen Objekten in Berührung kommt!
Manche haben sich auch eine „Flat-top-“Antenne gebaut, bei der mehrere Drähte parallel
im Abstand von 12 Inch (rund 30 cm) aufgehängt sind. Die Speiseleitung sollte hier
so weit wie nur möglich von allen anderen Objekten entfernt gehalten werden.
Beim Lesen in alten Funkzeitschriften habe ich mehrere Artikel gelesen, die über den
Tod von Radioamateuren berichteten, deren Antennen mit der Stromleitung in Berührung
gekommen waren, wie es sie auch heute in einzelnen ländlichen Gebieten noch als
oberirdische Freileitung gibt. Leute, so etwas kann nicht passieren, wenn Ihr
vorher ein bisschen nachdenkt! Stellt Euch den schlimmstmöglichen Fall
vor – und setzt Eure Antennen noch ein Stück weiter weg.
Erde:
Die Erdung ist genauso wichtig wie die Antenne. Ich benutze die Metallwasserleitung
und fahre damit sehr gut. Aber überzeugt Euch, dass Eure Wasserleitung bis zum
Anschluss im Keller aus Metall ist. Das ist heute nicht mehr überall der Fall.
Ich nehme als Erdungsdraht für meine Empfänger ein Stück alter TV-Zwillingsleitung,
der Doppeldraht vermittelt die Illusion eines dickeren Drahtes. Die Erdleitung
vermindert Störungen und ein Stück weit das ärgerliche Problem der KW-“Geisterstationen“.
Spulen:
Hier heißt das Zauberwort Litze, Freunde. Litze heißt Geld. Dicke Litze heißt viel
Geld. Der Stand der Technik sind 660 Einzeladern der Dicke 46 AWG (0,04 mm).
Um noch weitere Verbesserungen zu erreichen, müsste man schon sehr viel mehr
Adern haben. Ich finde, dass die 660/46-Litze eine sehr gute Selektivität in
Zweikreisempfängern ermöglicht. Unter vernünftigen Bedingungen kann ich damit
zwei Stationen, die auf dem (amerikanischen) MW-Band 10 kHz weit auseinander
liegen, sauber trennen – in jedem Teil des Bandes. Kürzlich habe ich
Bandbreitenmessungen
an meinem Empfänger
Nr. 50 vorgenommen, der mit dieser Litze aufgebaut ist.
Wenn Euch das Geld nicht so locker sitzt, sind auch 165 Adern noch sehr gut.
Das ist ein Viertel der Aderzahl. Eine Litze mit viermal so viel Adern bedeutet
natürlich längst nicht, dass sie viermal besser arbeitet. Wenn Ihr aber wirklich
das beste Ergebnis haben wollte, empfehle ich die 660/46.
Es gibt drei Arten von Spulen, die Ihr in Betracht ziehen solltet: Spinnennetzspulen
(=Korbbodenspulen), Turmspulen und auf Abstand gewickelte Zylinderspulen. Ihr könnt
die Form verwenden, die Euch am besten zusagt und für die Ihr genug Platz habt. Das
beste Material für Spulenformen ist Polystyrol (PS). Bitte, nehmt keine Pappe! Holz
geht eventuell auch, wenn es feuchtigkeitsdicht imprägniert ist. Schaut Euch für
weitere Informationen meine Seite zu den Spinnennetzspulen an.
Turmspulen
arbeiten genauso gut wie Spinnennetzspulen. Auch Zylinderspulen sind gut,
doch sollten die Windungen auf Abstand gewickelt werden, um die Güte Q zu verbessern.
Dadurch wird mehr Draht benötigt als bei eng gewickelten Spulen. Turmspulen lassen
sich mit 660/46-Litze gut aufbauen, neigen aber bei der dünneren 165/46-Litze
zu mechanischer Instabilität. Zusätzliche Stützen aus Polystyrol können Abhilfe schaffen.
Versucht, die Induktivität klein zu halten, aber achtet darauf, dass Ihr noch
das ganze Band abstimmen könnt. Ich fange ganz gern mit einer ein wenig größeren
Spule an und prüfe das untere Ende des Einstellbereichs. Dann wickle ich vorsichtig
so viel Litze ab, dass ich mit dem Drehkondensator gerade das untere Bandende
erreichen kann. Ich habe den Eindruck, dass dies die beste Empfängerleistung ermöglicht.
Es können auch mehrere Spulen verwendet werden, aber Spulenanzapfungen empfehle
ich nicht. Vor nicht allzu langer Zeit ist außerdem herausgefunden worden,
dass Kontraspulen sehr leistungsfähig sind.
Die Spulen sollten so weit wie möglich von anderen Objekten entfernt eingebaut werden.
Ich würde auch die Verwendung von Metallgehäusen vermeiden. Holzgehäuse sind brauchbar,
aber bitte gebt den Spulen genug „Luft zum Atmen“.
Wenn Ihr einen Zweikreisempfänger baut, dann solltet Ihr darauf achten, die
Kopplung der beiden Spulen variabel zu halten. Das könnt Ihr zum Beispiel
dadurch erreichen, dass Ihr die Antenneneinheit und den Detektorkreis auf
getrennten Chassis aufbaut, etwa so wie in meinem Empfänger
Nr. 35, oder dass
Ihr die Spulenachse drehbar macht, so wie in meinem Gerät
Nr. 48. Bei überkritischer
Kopplung nehmen die Empfindlichkeit und die Selektivität des Empfängers ab.
Bei unterkritischer Kopplung leidet die Empfindlichekit. Dazwischen gibt es
den richtigen Punkt, der von den individuellen Gegebenheiten und von dem
Teil des Bandes abhängt, in dem man gerade hört. Die beste Kopplung ist
nicht immer am selben Punkt. Ich arbeite unter normalen Bedingungen mit
einem Spulenabstand von 12 bis 18 Inch (30 bis 45 cm). Wenn Ihr dünnere
Litze verwendet, wird der günstigste Abstand kleiner sein. Das zeigt
übrigens, wie gut die dicke Litze arbeitet.
Einige arbeiten recht erfolgreich mit Ringkernspulen. Meine eigenen Erfahrungen
damit sind sehr begrenzt. Ich rate Euch, in dieser Sache Leute von der
BAMA-Gruppe anzusprechen. Einige der
Mitglieder dort haben Ringkernspulen zu neuen Höhen geführt.
Drehkondensatoren:
Die Wahl eines guten Drehkos ist so wichtig wie die Entscheidung für dicke Litze.
Die Güte Q des ganzen Spule-Kondensator-Kreises richtet sich nach nach dem
schwächsten Punkt. Deshalb sollte der Drehko ein Luftdielektrikum haben,
und die Isolatoren sollten aus Keramik sein. Das ist das Minimum! Ein
andere wichtiger Faktor ist die Qualität des Kontaktschleifers zwischen
Rotor und Gehäuse des Drehkos. Versilberte Lamellen sind ebenfalls von Vorteil.
In Schaltkreisen, in denen das Gehäuse des Drehkos nicht auf Masse liegt,
muss der Drehko von dem Einstellknopf an der Frontplatte isoliert sein.
Andernfalls verstimmt man den Kreis, sobald man mit der Hand nach dem
Abstimmknopf greift. Das kann einem ganz schön auf die Nerven gehen.
Wenn man den Drehko drei oder fünf Zentimeter hinter die Frontplatte
setzt und eine isolierte Achsverlängerung verwendet, erspart man sich
dieses Problem. Denkt vor allem daran, Keramik- oder Polystyrol-Isolatoren
zu verwenden, wenn ihr den Drehko am Chassis befestigt. Jedes HF-„Leck“
würde die Empfindlichkeit herunterziehen.
Feintriebe und Skalen:
Wenn man einen sehr selektiven DX-Empfänger gebaut hat, steht man vor einem
neuen Problem. Denn wenn man alle 120 MW-Frequenzen (531-1611 kHz im 9-kHz-Raster)
mit einer 180-Grad-Drehung abstimmt, wird man Stationen ungewollt verpassen.
Der Frequenzwechsel erfordert dann nämlich winzige Abstimmschritte.
Ein 6:1-Feintrieb macht aus einer halben drei volle Umdrehungen,
die man benötigt, um das Band zu überstreichen. Eine spielfreie
Kraftübertragung ist äußerst wünschenswert, alle Drehkos sollten sie haben.
Detektorkreis:
Ich persönlich schätze die Schaltung, die auch als „Hobbydyne“ bezeichnet wird.
Der Originalentwurf aus Australien verwendet einen kleinen Drehkondensator
zur kapazitiven Kopplung. Dagegen sieht die jetzt als „Hobbydyne“ bekannte
Schaltung einen Differential-Drehkondensator vor. Bitte, schaut Euch in
diesem Zusammenhang den Abschnitt Schaltungen zur Verbesserung der
Selektivität weiter unten an.
Achtet darauf, dass alle Verbindungspunkte auf der Schwingkreisseite der
Diode mit Keramik oder Polystyrol isoliert sind!
Dioden:
In einem Schwingkreis mit sehr hoher Impedanz würde eine Standard-Diode
wie etwa die 1N34A nicht viel bringen. Sie würde den Kreis belasten und
Verlust von Selektivität und Empfindlichkeit verursachen. Solche Dioden sind
in einfachen Geräten am richtigen Platz oder allenfalls in Geräten mit mittlerer Leistung.
Unter den Dioden, die ich eingesetzt habe, gibt es anscheinend zwei „beste“
Typen. Eine Schottky-Diode (oder mehrere in Parallelschaltung) und die FO-215
von ITT. Gute Schottky-Dioden sind die der Agilent-Serie HSMS-286*.
Es gibt sie in verschiedenen Formen als SMD-Bauteile, an die man aber Drähte anlöten kann.
Ich habe herausgefunden, dass ein Drehschalter (nehmt einen aus Keramik oder Polystyrol!)
zur Umschaltung zwischen mehreren Dioden sehr nützlich ist, da die am besten
geeignete Diode auch von den Empfangsumständen abhängt. Im Allgemeinen nehme
ich für den unteren Bandabschnitt bis hinauf auf etwa 1300 kHz eine FO-215
und schalte für den sich anschließenden oberen Bandabschnitt auf die
Schottky-Diode um. Die Schottky-Diode ist die beste, wenn Selektivität
gefragt ist, die FO-215 die beste, wenn es um Empfindlichkeit geht.
Selektivität ist im unteren Bandbereich kein großes Problem, aber
ich brauche dort alle Empfindlichkeit, die ich bekommen kann.
Anpass-Übertrager:
Magnetische Kopfhörer haben eine Impedanz zwischen 1000 und 4000 Ohm.
Sound-powered-Hörer haben zwischen 100 und 1000 Ohm. Kristall-Ohrhörer
liegen bei 10'000 Ohm und höher. Die Impedanz eines Schwingkreises hoher
Güte kann hinter der Diode bei mehreren hunderttausend Ohm liegen. Wenn man an
einen solchen Schwingkreis einen der genannten Kopfhörer direkt anschließen würde,
bekäme man eine riesige Fehlanpassung. Das kostet Lautstärke. Außerdem macht
die Belastung des Kreises die hohe Selektivität wieder zunichte, für die
Ihr gutes Geld für dicke Litze und gute Drehkos ausgegeben habt.
Ein Anpassungs-NF-Übertrager ist also ganz wichtig für jeden
Hochleistungs-Detektorempfänger. Übertrager hoher Leistung, wie man sie früher
oft hatte, sind inzwischen selten und meist teuer geworden. Anfang 2007
habe ich einige Ausgangsübertrager nach meinen Spezifikationen anfertigen lassen.
Sie haben eine sehr hohe Impedanz und eine Reihe von Anzapfungen niedrigerer Impedanzen.
Eine andere gute Alternative ist der Transformator des Typs Bogen T725.
Ihr könnt von ihm gute Leistungen in einem Mittelklasse-Detektorempfänger
erwarten. Ramon Vargas und ich haben einige Informationen über den
T725-Transformator zusammengetragen.
Kopfhörer:
Die Schnittstelle zum Ohr ist nicht weniger wichtig als der Rest des Gerätes.
Die empfindlichsten Kopfhörer sind die sogenannten Sound-powered-Hörer.
Darryl Boyd hat zu diesem Thema eine Menge Forschungsarbeit
geleistet und präsentiert die Ergebnisse auf seiner Webseite
crystalradio.net.
Diese besonders leistungsfähigen Kopfhörer sind in den USA ständig bei
Ebay verfügbar, allerdings meist nicht für unsere Freunde in Deutschland,
da Ebay von dort aus den Zugang zu bestimmten Rubriken mit militärischen
Ausrüstungsgegenständen gesperrt hat. Die Sound-powered-Hörer können
jedenfalls auch teuer werden. Meistens müssen sie auch noch sorgfältig
justiert werden. Normale Magnet-Kopfhörer sind meist nicht empfindlich
genug für Detektor-Fernempfang. Meine zweite Wahl ist deshalb der
kleine Kristall-Ohrhörer – oder ein Paar davon.
Ohren:
Sorgt dafür, dass Eure Hörkanäle frei sind. Bitte, lasst das den Fachmann
im Hörgerätegeschäft oder den Ohrenarzt überprüfen
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